Der BUTTERWORTH-Tiefpaß
-ter Ordnung zeichnet sich durch die Amplitudencharakteristik
nur in der höchsten Potenz vorhanden ist, werden solche
Systeme auch Potenzfilter genannt und als maximal flach bezeichnet [Fri79a]
[Win54].7
Abbildung 2.2 zeigt den Amplitudengang nach Formel 2.4 für unterschiedlichen Grad
.
Mit Hilfe des Parameters
kann die maximale Dämpfung im Durchlaßbereich
variiert werden
(vgl. Abschnitt 2.1.1). Dazu sei von der normierten Grenzfrequenz
ausgegangen, bei
der

gilt und deshalb für die maximale Dämpfung:

In gleicher Art und Weise kann man für die minimale Dämpfung im Sperrbereich

erhalten, d. h. die charakteristischen Größen
,
,
und
sind nicht unabhängig
voneinander. Der über den Grad
bestehende Zusammenhang kann durch Gleichsetzen der
Beziehungen für
ausgedrückt werden.

Aus dieser Äquivalenz kann der minimale Grad eines BUTTERWORTH-Tiefpaß’ ausgehend von den
charakteristischen Größen abgeleitet werden (
.
, d. h. auf
,
dimensioniert. Dann gilt
und für den Amplitudengang
Die Verteilung der Polstellen eines Filters (in der komplexen Ebene) ist grundsätzlich immer
interessant, da sie Aufschlüsse bezüglich der anderen Charakteristiken, wie Amplitudengang,
Phasengang, usw. zuläßt. Dazu gehen wir von der komplexen Übertragungsfunktion
, in
Verbindung mit der generellen Eigenschaft
, aus.

Der Übergang in den LAPLACE-Bereich (mit
) führt
zu:8
![]() | (2.8) |
An den Polstellen von
muß der Nenner in Gleichung 2.8 verschwinden, was
bedeutet:

Die komplexen
Wurzeln lassen sich mit Hilfe des Satzes von MOIVRE sofort
angeben:9

Um realisierbare Systeme zu erhalten ordnet man nun
Pole mit negativem Realteil
, die
anderen
zu. Man erhält, was sich durch Einsetzen einzelner Werte
leicht nachprüfen läßt,
folgende Polverteilung für einen BUTTERWORTH-Tiefpaß.
![]() | (2.9) |
Sind insbesondere Real- oder Imaginärteile von Interesse, dann ist auf Gleichung 2.9 noch die EULER’sche Formel anzuwenden.
Anschaulich liegen alle Pole auf einem Kreis mit Radius
, was deutlich auch
in Abbildung 2.3 zu erkennen ist. Außerdem zeigt die Darstellung, daß einerseits
keine Pole auf der imaginären Achse liegen und andererseits alle konjugiert komplex
auftreten.10
Allgemein gelten Polkenngrößen als geeignet zur Abschätzung des Systemverhaltens im Frequenzbereich. Dabei
sind es vor allem zwei Größen, die entsprechende Bedeutung erlangt haben – die Polfrequenz
und die
Polgüte
.11
Zur Definition bzw. Bestimmung geht man von der Erkenntnis aus, daß komplexe Pole immer
konjugiert auftreten und deshalb in der Linearfaktordarstellung von
paarweise (zur Vermeidung
komplexer Größen) zusammengefaßt werden können.

Dieses Polynom zweiten Grades (bezüglich der LAPLACE-Variable
) kann man auch folgendermaßen
schreiben

führt sofort zur Definition der Polfrequenz
als Betragswert der jeweiligen Polstelle
.
![]() | (2.12) |
Die Polgüte
ist nicht sofort ablesbar, kann aus

aber ohne größeren Aufwand bestimmt werden:12
![]() | (2.13) |
Speziell für einen BUTTERWORTH-Tiefpaß gilt deshalb in Bezug auf die Polfrequenzen:

für höhere Filterordnung
immer größer werden, wobei Pole in der Nähe der
-Achse die höchsten Güten
aufweisen.13